Das Trierer Frauenhaus
Das Trierer Frauenhaus ist eine
Zufluchtstätte für misshandelte und von Misshandlung
bedrohte Frauen mit ihren Kindern. Die Aufnahme ins Haus
ist für jede Frau möglich, die misshandelt wird oder sich bedroht
fühlt, unabhängig von ihrer finanziellen Situation. Ein Aufenthalt
im Frauenhaus ist als Übergangslösung konzipiert;
es wird Zuflucht und Unterstützung geboten, bis die betroffenen
Frauen ein eigene Lösung gefunden haben.
Das Haus bietet 18 Plätze für Frauen
und Kinder. Seit Betriebsbeginn im Oktober 1993 haben jährlich etwa
50 Frauen und 60 Kinder im Haus gewohnt. In Rheinland-Pfalz gibt es
derzeit insgesamt 16 Frauenhäuser. Im Regierungsbezirk Trier bieten
wir das einzige Frauenhaus an.
Zum Schutz der Bewohnerinnen bleibt
die Adresse des Frauenhauses anonym. Die Mitarbeiterinnen
unterliegen der Schweigepflicht; sie geben keine Auskunft über
Bewohnerinnen an Dritte.
Das Trierer Frauenhaus ist Mitglied
im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband sowie in der "Konferenz
der Frauenhäuser in Rheinland-Pfalz".
Beratungen
Telefonische Beratungen und Aufnahmen
finden während der Bürozeiten zwischen 9 und 17 Uhr statt. Notrufe
sind rund um die Uhr unter der im örtlichen Telefonbuch angegebenen
Notrufnummer möglich.
Die telefonische Beratung ist für die
Anruferin unverbindlich. Außerhalb der Bürozeit ist eine
Rufbereitschaft eingerichtet, um Frauen in akuten Notsituationen zu
unterstützen und/oder sie ins Frauenhaus aufzunehmen.
Mitarbeiterinnen
Im Frauenhaus arbeiten 8
Mitarbeiterinnen auf je halber Stelle.
- Im Frauenbereich
des Hauses arbeiten eine Dipl.-Psychologin, eine Dipl.-Pädagogin
und eine Dipl.-Sozialarbeiterin.
- Im Kinderbereich
arbeiten zwei Erzieherinnen; sie bieten zur Entlastung der Mütter
und Förderung der Kinder eine regelmäßige Kinderbetreuung an, in
der Hilfsmöglichkeiten angeboten werden, die sich an der
besonderen Situation der Kinder orientieren.
- Die Nachbetreuung
ehemaliger Bewohnerinnen und deren Kinder wird von zwei
Dipl.-Sozialarbeiterinnen angeboten.
- Für Verwaltung und
Organisation ist eine Verwaltungsfachkraft zuständig.
Das Frauenhaus Trier ist ein autonomes
Frauenhaus.
Es arbeitet nach den Ideen und
Prinzipien der autonomen Frauenhausbewegung. Das betrifft sowohl die
Organisation als auch die Grundsätze der Frauenhausarbeit:
- Die Mitarbeiterinnen arbeiten im
Team in intensiver Kommunikation und Kooperation.
- Es gibt keine Hierarchien und
entsprechend keine Leitung.
- Die Arbeit mit den Bewohnerinnen
erfolgt nach dem Prinzip "Hilfe zur Selbsthilfe".
Das heißt: die betroffenen Frauen
werden als selbst bestimmte Menschen gesehen, denen Schutz vor
Gewalt und Unterstützung bei der Lösung ihrer Probleme angeboten
wird. Sie werden aber nicht rund um die Uhr betreut. Sie sind für
die Regelung ihres Alltags wie Einkaufen, Putzen, Waschen, Kochen,
Kinderversorgen selbst zuständig und sie treffen ihre eigenen
Entscheidungen, wie sie ihr Leben weiter gestalten wollen.
Finanzierung
Finanziert wird das Frauenhaus über
einen regelmäßigen Zuschuss des Landes Rheinland-Pfalz zu
den Personalkosten, einen Zuschuss der Stadt Trier
zu den Betriebskosten und über Spenden.
Das Haus selbst ist städtisches Eigentum, der Träger zahlt Miete an
die Stadt.
Frauenhausarbeit ist ein Projekt von
Frauen für Frauen.
Sie können helfen:
Die Spende ist steuerlich absetzbar.
Ohne Spenden ist der Betrieb des Frauenhauses nicht gewährleistet. |